StadtnachrichtEN

Sportzentrum wird trotz Corona-Pandemie gebaut


Dank der Unterstützung von Bund und Land wird die Stadt Oberkochen ihre Pläne zum Bau des neuen Sportzentrums nun doch umsetzen. Während der Corona-Pandemie wurde der 38,5 Millionen teure Bau zunächst zurückgestellt.
 
Kommen das neue Hallenbad und die neue Sporthalle nun oder nicht? Diese Frage haben sich viele Bürgerinnen und Bürger angesichts der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Wirtschaft gestellt. Auch Oberkochen und die örtlichen Unternehmen blieben davon nicht verschont. Deshalb hatte Bürgermeister Peter Traub die Auftragsvergaben für das geplante Sportzentrum in der „Schwörz“ in Abstimmung mit dem Gemeinderat zunächst verschoben, um bis auf weiteres „auf Sicht zu fahren“. Das heißt, dass die coronabedingten wirtschaftlichen Schäden und Steuerausfälle erst mal konkret beziffert und ihre Folgen für den städtischen Haushalt analysiert werden sollten. Das ist nun geschehen, und der Gemeinderat hat sich in der letzten Sitzung vor der Sommerpause intensiv damit beschäftigt.
 
Die gute Nachricht vorneweg: Mit rund 5 Millionen Euro Steuerausfällen kommt die Stadt Oberkochen in diesem Jahr mit einem blauen Auge davon. Befürchtet wurde mindestens das Doppelte. Allerdings wird die Corona-Pandemie auch in den kommenden Jahren nachwirken und die künftigen Steuereinnahmen auf ein deutlich geringeres Niveau drücken.
 
Dennoch waren sich Gemeinderat und Bürgermeister einig, das Sportzentrum zu realisieren und die entsprechenden Aufträge nach den Sommerferien zu vergeben. Zum einen kann es nach wie vor ohne Schulden finanziert werden. Die Stadt Oberkochen wird also trotz der enormen Investitionen schuldenfrei bleiben. Zum anderen haben Bund und Land mehrere Hilfsprogramme für die Kommunen aufgelegt, von denen auch Oberkochen profitieren wird. Am vergangenen Montag haben sich zudem das Land sowie die kommunalen Spitzenverbände auf einen „Coronapakt“ verständigt, der großzügige Finanzhilfen vorsieht.
 
Bund und Land wollen mit dem kommunalen Schutzschirm verhindern, dass der wirtschaftliche Aufschwung nach Corona nicht abgwürgt wird. Immerhin stehen die Gemeinden, Städte und Landkreise für über 70 Prozent der Gesamtinvestitionen in Deutschland. Würden sie also als „Konjunkturmotor“ ausfallen, hätte dies enorme negative Folgen für die Gesamtwirtschaft.
 
Umgekehrt sind die Städte und Gemeinden bereit, wie nach der Finanzkrise 2008/2009, den kommunalen Konjunkturmotor wieder anzuwerfen, damit die Wirtschaft ins Laufen kommt. Oberkochen geht hierbei mit gutem Beispiel voran. Mit ihrem antizyklischen Verhalten investieren Gemeinderat und Bürgermeister bewusst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten, wenn die Wirtschaft Aufträge braucht und stabilisiert werden muss.
 
Neben den Investitionen für das Sportzentrum in Höhe von 38,5 Millionen Euro gibt die Stadt aktuell weitere 24,5 Millionen Euro für das Schulzentrum im Dreißental und die geplante neue Dreißentalhalle sowie weitere 6 Millionen Euro gemeinsam mit dem Unternehmen Carl Zeiss für den Bau einer weiteren Kindertagesstätte aus. Die Gesamtinvestitionen hierfür belaufen sich auf rund 69 Millionen Euro! Ein starker Impuls für die regionale Wirtschaft!